MS Zita – Familie Deferme

„Mit unserem ersten Schiff auf dem freien Markt haben wir überall angerufen, angerufen und wieder angerufen. Nach einem Jahr waren wir von Nautica überzeugt. Nach den ersten Reisen haben wir gemerkt, dass es passt und sind geblieben.“

Warum?
„Nautica hält ihre Absprachen ein und wir mögen die Atmosphäre und die Zusammenarbeit. Es sind jetzt vier Jahre mit der kleinen Zita und drei Jahre mit dieser. Entweder passt es oder es passt nicht. Bei einer Reise hatten wir mal ein paar Diskussionen, das kommt hin und wieder vor. Jeder Befrachter bzw. du selbst haben eigene Interessen und es geht darum, dass man diese zusammenbringt, im Gleichgewicht ist, man muss sich damit wohl fühlen.

MS Zita – 105 x 10,50 Meter ist ein fantastisches Schiff für Kanal und Fluss, kann über die Leie nach Dünkirchen fahren, trägt überdurchschnittlich gut und läuft wie geschmiert. Die Zita ist das Zuhause für Bert und Tessy Deferme-François, Sohn Mauro, 10 Jahre, und Tochter Laura, 8 Jahre. Natürlich ist Schifffahrt Geschäft, aber auch ein Mittel, um Träume wahr werden zu lassen und später etwas von der Welt zu sehen.

Zita?
„Vier Buchstaben, das bedeutet ‚glücklich‘ auf Italienisch, denn auch wenn man selbst vieles selbst in der Hand hat, muss man Glück haben. Zita ist der Ort, an dem wir leben, arbeiten, glücklich sind und manchmal sehr wütend werden.“

Verärgert?
Freitags zum Beispiel, wenn Tessy die Kinder abholen will und man feststellt, dass für die Binnenschiffer keine Autoannahmestelle verfügbar ist. Tatsächlich wird vielerorts durch Zäune und Absperrungen bewusst eingeschränkt. Mit einem 23-Meter-Kran und einem Stück Fährsteig geht das normalerweise, aber die Ignoranz staatlicher Stellen ist eine so große Missachtung der Bedürfnisse einer ganzen Berufsgruppe. Beleidigend sogar.

Dennoch: Wir haben Freiheit und es gleicht kein Tag dem anderen. Man fährt immer auch mit einem Auge auf die schöne Umgebung und wenn immer möglich genießt man es. So werden wir weiterhin Spaß haben an unserem Beruf.“

„Wenn du etwas willst, kannst du alles tun“
Das Bootfahren begann für Tessy mit ihren Eltern an Bord. Später studierte sie Rechnungswesen und Informatik, erweitert mit Kursen, denn ihre Eltern trauten ihr noch mehr zu und wollten sie gut aufgestellt wissen. 2008 lernte sie Bert kennen. ‚Schaut erst einmal, ob ihr zusammen auf ein Schiff passt‘, sagten ihre Eltern!

Bert begann seine Karriere auf dem Wasser mit dem Fischen bei seinem Großvater in Kwaadmechelen. Er war jung, sah die größeren Schiffe und dachte: Das will ich später auch machen! Seine Eltern waren zu 100 Prozent dagegen. Ein Internat im fernen Antwerpen und die Zukunft zu ungewiss. Nach einem Jahr des „Dranbleibens“ war es schließlich erlaubt! Im Alter von 13 bis 19 Jahren besuchte er die GO Scheepvaartschool Cenflumarin, machte ein Praktikum und verließ als Einziger den Hafen mit all seinen Fahrtagen und einer Fahrerlaubnis.

„Die beste Zeit meines Lebens“!
Es folgten neun Jahre auf der Thalassa. 2006 war er am Ruder. Für Tessy hat es an Bord gepasst, sie haben 2010 geheiratet, der Kurs für das eigene Schiff stand fest!

Die erste eigene Zeit war ihr 80 Meter langer Stolz. Es ist jetzt um 25 Meter gewachsen. Bert, jetzt 35, und Tessy, 33, trafen wir in Terneuzen bei Dries Hamelink vor dem Ufer. Es ist Urlaub für die Kinder und Reparaturpause für die Zita, die einen neuen Mast bekommt. Radar übertragen, Verkabelung anpassen, kleine Arbeiten usw. „Hamelink ist unsere feste Adresse, sie kennen das Schiff, wir machen eine Reparaturliste, wir vertrauen ihnen. Wir selbst fahren in der Zeit zur Familie oder in den Wintersporturlaub.“

Kinder bei dir?
Natürlich! Wir sind wieder fahrbereit, unser slowakischer Mitarbeiter und Auszubildender wird sich darum kümmern und so soll es auch sein, denn in der Binnenschifffahrt ist es willkommen, dass man auf Mitarbeiter zählen kann.

Tess, ist noch Zeit für Hobbys?
Ja, unsere Kinder, die restliche Zeit verbringe ich auf der Zita.“ Neben dem senegalesischen Papagei ist sie der Dreh- und Angelpunkt an Bord, in der Küche, am Steuer und an den Wochenenden realisiert sie ein Zuhause für die Kinder, und Nautica trägt, wenn möglich, sozial dazu bei!

Die Entscheidung
Bert wird seine Idee im Boot seines Großvaters wahrscheinlich nie vergessen: „Ich möchte auf diesen großen Schiffen fahren“. Sein Kindheitstraum hat ein Ergebnis nach seinem Geschmack. Schließlich ist es ein spannender Beruf, in dem Zusammenarbeit, Kollegialität und Hilfsbereitschaft unabdingbar sind. Zuletzt zum Beispiel: Acht Tage Stillstand in Rhinau wegen Hochwasser. Sofort das Auto an Land gesetzt unter schwierigen Bedingungen, zum Europapark, Schaffhausen, einen Teil des Elsass und des Schwarzwald, kurz zu einem Restaurant und zurück an Bord… man hört, dass das Wasser durch die Straßen und in die Keller der Stadt eindrang. Alarm auf der Zita, alle Pumpen werden bereit gestellt, helfen wo nur möglich!

Aus der Not eine Tugend machen, sich anpassen, improvisieren und selbstständig machen ist auch Schifffahrt. An Land braucht man Vertreter wie Nautica, mit denen nicht nur ein weihnachtliches Drink-Barbecue sehr gemütlich wird. Wenn die Kollegen dabei sind, ein Schuhkarton zum Sammeln für den guten Zweck, wertvolle Gespräche – was will man mehr.