LIEBER MITEINANDER, ALS GEGENEINANDER

Von Nedlloyd und fünf Kollegen erhielt ex Geschäftsführer René Nouwen, jetzt Berater,  das Vertrauen, seine Vision umzusetzen. Mit diesen Kollegen gründete er 1998 die Nautica Binnenscheepvaart BV! Es folgte eine intensive, interessante und zugleich erfolgreiche Zeit. Während der ersten 7 Jahre blieb keine Zeit für Urlaub übrig.

René saß immer in der Abteilung zwischen seinen Kollegen und war damit ‘’nah am Markt’’.  Er hat Nautica geleitet und es genossen, wenn sich seine Kollegen in ihren Rollen weiterentwickelt haben.  Kommunikation und Engagement war ihm besonders wichtig. Ein Problem niemals in die Ablage legen und immer dieser Sache die oberste Priorität zuordnen.

Seit 1983 ist er im Bereich der Binnenschifffahrt aktiv und verschaffte sich bei Nedlloyd bereits schnell ein gewisses Maß an Selbständigkeit – trotz einer Belegschaft von über 24.000 Mitarbeitern. 1997 kam die Information, dass Nedlloyd den Firmenzweig “Rijn- en Binnenvaart” abgeben möchte, auch beim Personal dieser Abteilung an.

“Es kursierten Namen von verschiedenen Übernahmekandidaten. Ein paar Kollegen und ich stellten einen Übernahmeantrag. Der damalige Personalchef von Nedlloyd und spätere “Troubleshooter’’ unterstützte uns und setzte sich für die Restrukturierung ein. Daraufhin folgte die Gründung von Nautica Binnenscheepvaart B.V.!

Alle Mann an Deck

Trotz des Vertrauens, das wir erhielten, mussten wir von Anfang hart arbeiten. Den Namen Nedlloyd durften wir noch im “Kleingedruckten’’ verwenden. Am Anfang war die Herausforderung erstmal wieder “kleinere Brötchen” backen zu müssen, jedoch hatten bereits schnell ein Kontingent an eigener Ladung und Schiffen. Unser Team war es gewöhnt, große Aufgaben anzupacken und zu meistern.

Das riesige Projekt „Desert Shield“ für die amerikanische Armee zum Beispiel, die wir in der Vergangenheit unterstützen durften, war nicht nur eine Herausforderung, sondern auch ein besonders lehrreiches und interessantes Erlebnis.

In meinen Augen wird der Wert des Befrachters durch die Beziehungen bestimmt, die er zwischen dem Verlader und Schiffsführer entstehen lässt!

Zunächst saßen wir noch intern bei Nedlloyd am Waalhaven, aber nach ein paar Monaten zogen wir nach Ridderkerk. Inzwischen arbeiten wir seit 2002 am Maasboulevard in Zwijndrecht.

Die Tür ist hier übrigens immer für alle offen, auf menschliches Miteinander wird großer Wert gelegt.

Offenheit steckt Nautica im Blut

Teilen, was im Markt passiert. Engagement durch Offenheit ist ein wahres Erfolgsrezept! René Nouwen versucht, gemeinsam das Maximale herauszuholen. Das Motto lautet also Zusammenarbeit! Das Büro in Zwijndrecht besteht aus vier Befrachtern an einem „Block“, mit der Übersicht und aktuellen Position aller Schiffe und Ladungsangebote. Dadurch ist die Effiezienz des Teams groß. Nautica versteht es, Verlader und andere Schifffahrtsunternehmer die ganze Woche, Tag und Nacht, zusammen zu bringen und zu unterstützen.

Dann hast Du Anfang 2023 ein Schritt zurückgemacht und die Führung übertragen. Welche Erinnerungen bleiben?

„Da fallen mir sofort die Begriffe Erfolg, Spaß und Respekt ein sowie ein jährliches Wachstum, was Schiffe und Ladung betrifft. Und dass unsere Mitarbeiter eine Beteiligung an Nautica haben – das motiviert und sorgt für Engagement.

Wenn ein Befrachter den Betrieb früher verließ, war man die Investition in seine Ausbildung los. Nicht gut, wenn man bedenkt, dass ein Befrachter minimal fünf bis sechs Jahre braucht, bis er die alle Ins und Outs der Branche kennt und in den jeweiligen Situation auch sofort weiß, was zu Tun ist.

Aus Gesundheitsgründen entschied ich mich Ende 2022, einen Schritt zurückzumachen. In den letzten Jahren habe ich gesehen, wie sich die “next Generation’’ richtig entwickelt hat. Das hat es mir leichter gemacht, die Leitung von Nautica an Armyn Evink und Sander Nouwen zu übergeben Sie werden gemeinsam die Firma führen. Zusammen haben Sie ein fantastisches Team in Zwijndrecht und Mainz.”

Kommst Du nochmal ins Büro?

“Ja, natürlich, fast jede Woche bin ich doch einige Stunden dort. Aber das soll auch nicht immer so weiter gehen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass Nautica mit diesem Team eine glänzende Zukunft vor sich hat. Schließlich ist der Transport auf dem Wasserweg immer die richtige Wahl.”